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Zwei Etagen unter der Hölle
In
den chaotischen Zeiten nach der Wende wurde Uwe Stöß kriminell,
dann obdachlos. Er stahl, er trank, er kam mehrfach ins
Gefängnis. Er lernte ein Leben kennen, das ein bloßes Überleben
ist. „Hass, Wut, und das inständige Verlangen nach deren
Betäubung machten mich zu einem Tier, das man in die Enge
trieb.” In neun Erzählungen begleiten wir den Erzähler in die
Abbruchhäuser, suchen Schutz vor dem Regen, rauben und stehlen,
schleppen Leergut über nächtliche Straßen, blicken in das
verheißene Licht einer Nachttankstelle, durchleiden das
allmorgendliche Erbrechen. Wir treffen die anderen Berber, den
Kohlenhans, den Sandmann, den Nudelkoch und Stumpenhannes. Wir
verbringen eine beklemmende Zeit im Gefängnis mit dem
kindlich-perversen Benno, treffen den großen Manipulator Rondo
und seine Schläger. Im Schatten der Bäume taucht vor uns der
weiße Hintern eines Strichjungen auf - Zeit für den Erzähler,
das Auto des Freiers auszurauben - und für sich und die
drogenabhängige Prostituierte Sina ein wenig Glück
herauszuschlagen. „Nun schwammen die kleinen Alkoholfrachter mit
dem Strom meines Blutes in Richtung Gehirn. Eine sanfte Wärme
entstieg dem Inneren der Erde, erreichte meine Füße,
durchströmte meine Beine und ergoss sich im Mittelpunkt des
Seins. Die Alkoholtransporter, am Hirn angedockt, löschten zügig
ihre Ladung. Container mit Plagiaten billiger Glückseligkeit,
Säcke stumpfer Traurigkeit und ein paar Fässer lächerlicher
Lebenslust. Jedes Mal verstreuten sie auch unzählige
Flugblätter, die mich aufforderten, genauso weiterzumachen wie
bisher. Vielleicht sollte ich auf mich zornig sein, doch das
täte weh. Diese Stadt hingegen verkraftete meinen Hass. Sie
ertrug ihn geduldig. Wie beneidenswert!” Und nun, liebe Leser,
fassen Sie sich ein Herz und folgen Sie Uwe Stöß ins Gefängnis,
in die Folterkammer der Kindheit - folgen Sie ihm in das Reich,
das er durchlebt und gegen jede Statistik überlebt hat: zwei
Etagen unter der Hölle.
«Zwei Etagen unter der Hölle» ist sein literarisches Debüt.
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Quelle: FHL-Verlag |
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